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Hunderassen - die grosse AuswahlWelcher Hund passt zu mir?Diese Frage würde ich so herum nicht stellen denn die meisten Hunde sind viel anpassungsfähiger als die meisten Menschen. Also lieber andersrum: zu welchem Hund passe ich? Egal ob Kaffe- oder Waschmaschine, Staubsauger oder Auto - bevor wir uns etwas kaufen informieren wir uns gründlich darüber. Was werden da Kauf- oder Autohäuser abgeklappert, wie viele Testhefte durchgelesen, und mit wie vielen Fragen löchern wir Bekannte und Verkäufer. Vergleiche werden angestellt und erst nach langem Hin und Her fällen wir unsere Entscheidung. Selbstverständlich sollte es sein, dass zukünftige Hundehalter sich mindestens so sorgfältig informieren, vergleichen und nachfragen – und zwar „bevor“ sie sich ein Lebewesen ins Haus holen, das immerhin durchschnittlich 12-16 Jahre lang, Tag für Tag, mit einem verbringen wird. Doch leider kaufen etliche Hundehalter ihren Vierbeiner, ohne sich zuvor Gedanken darüber gemacht zu haben ob sie überhaupt zueinander passen. Der Hund in der TV-Werbung sieht ja so toll aus, der Wuschel aus der Mittagsserie gefällt den Kindern weil er so tolle Kunststückchen kann, in der Nähe sind Welpen aus einer zufälligen Liebesbegegnung abzugeben, und hin und wieder fällt die Entscheidung für einen Rassehund auch nur des optischen Erscheinungsbildes wegen. Manchmal soll ein großer, muskelbepackter Rüde für Eindruck sorgen, ein andermal der elegante Hund die gehobenen Ansprüche seiner Besitzer betonen, das Schoßhündchen den Pflege- und Hätscheltrieb erfüllen, der Königspudel den Färbe-und Frisurenwahn bedienen – ach es gibt so viele falsche Gründe sich für diesen oder jenen Hund zu entscheiden. Zu welchem Hund passe ich, wie ist sein Wesen, bin ich bereit, mein Leben auf seine spezifischen Bedürfnisse einzustellen? Kann und will ich meinen routinierten Tagesablauf und meine gewohnte Lebensweise für diesen Hund ändern? Diese Fragen scheinen sich leider viele Hundehalter nie gestellt zu haben. Sonst könnte es doch gar nicht vorkommen, dass ein Jagdhund, also ein Hund der speziell für die Arbeit Jagd gezüchtet wurde, bei einer gehbehinderten alten Dame landet, nur weil er halt so schön aussieht. Und wie konnte sich der ältere Rentner, der gesundheitlich so angeschlagen ist und sich über seine Hühner im Garten freut, ausgerechnet für einen Jack Russell Terrier entscheiden? Einen dermaßen lebhaften Terrier, der speziell zur Jagd gezüchtet wurde und den Federvieh magisch anzieht? Oder was ist mit dem Border Collie - ihn sieht man auffallend häufig in letzter Zeit. Ja, er ist sehr hübsch und einer der intelligentesten Hunde überhaupt, sagt man (doch was ist überhaupt ein intelligenter Hund? Darüber könnte man wohl tagelang diskutieren). Lassen wir das mit der Intelligenz mal beiseite - Fakt ist jedenfalls, daß der BC ein Hund ist, der extrem schnell lernt. Und das reizt natürlich viele Leute sich eben einen BC zu kaufen, macht sich ja auch gut auf dem Hundeplatz und den Turnieren. Aber weil er ein so schneller Lerner ist, lernt er genau so schnell auch Dinge die er besser nicht gelernt hätte und oftmals kriegt der Hundehalter, vor allem derjenige der wenig bis nichts über diese Hunde weiß, noch nicht mal mit was sein Hund sich da angelernt hat. Ebenso sagt man einem Border Collie nach, daß er hyperaktiv wäre, daß man ihn den ganzen Tag beschäftigen müsste, damit er keine dummen Einfälle bekommt und nicht die halbe Wohnungseinrichtung demoliert vor lauter Langeweile. Auch das ist meines Erachtens nur teilweise richtig. Sicher stimmt es, daß es BC´s gibt die nicht genügend ausgelastet sind. Die Internetforen sind voll von Berichten darüber und Fragen von frustierten Zweibeinern, die nicht mehr weiter wissen, weil ihre BC´s beginnen fahrende Autos zusammen zu treiben, Kinder zu bewachen - was übel, richtig übel ausgehen kann - und ich hörte sogar schon mal von einem der wohl den Sekundenzeiger der Wanduhr "hütet". Etliche Border-Collie-Halter meinen dann, sie müssten ihren vermeintlich hyperaktiven Hund noch mehr beschäftigen, ihn fortwährend bespielen, ihm pausenlos Dinge beibringen ect. Falsch - sie müssten ihm lernen "Auszeiten" zu nehmen, falls er schon so weit ist daß er sich selbst ständig hochpuscht und das können vor allem die Border ganz ausgezeichnet. Es ist oftmals tatsächlich so, daß man solch einem Hund "lernen" muß, daß er nun schlafen soll und das nicht nur mit einem Auge, während er mit dem anderen noch wach ist :-) Diese Hunde gehören in Hände von Leuten die sich auskennen, die wissen was auf sie zukommen "kann" und die ihn seiner Art entsprechend halten können. Aber sie gehören keinesfalls zu Hinz und Kunz, auch wenn manch ein Züchter behauptet sie würden entsprechende Linien züchten die ruhiger wären, die nicht mehr den starken Hütetrieb hätten. Tja, aber gerade das macht doch diesen Hund aus - wie kommen da nur manche Züchter auf solch blöde Ideen einer Hunderasse das wegzüchten zu wollen, was sie ausmacht? Mein Fragezeichen ist nicht ernst gemeint, denn die Antwort ist ganz klar: damit man halt auch an Hinz und Kunz verkaufen kann. Die Nachfrage ist ja da, der Markt will bedient werden und wenn es um´s Geld geht, wird doch alles "passend hergestellt und produziert". Und wie ist das mit den Hunderassen, die zur Zeit so sehr "in" sind, so
sehr "in Mode" gekommen sind? Die hübschen Aussies z.B. mit ihren wirklich sehr schönen Augen und ihren tollen Farbschlägen, oder der Modehund der letzten Jahre schlechthin, der Labrador? Alles was in Mode kommt wird auch in Massen produziert, ohne Rücksicht auf Verluste. Leider trifft dies auch auf Hunde zu, viele werden krank gezüchtet, sind ihr Leben lang mit Schmerzen belastet, denn Züchter die mehr am Gewinn als am Tier interessiert sind gibt es zu Hauf. Und das sind dann gewiss nicht diejenigen, die unbedarfte Welpeninteressenten korrekt informieren, nein die erzählen genau das was der Interessent hören möchte. Und die vielen seriösen Züchter, die auch mal einen Interessenten wegschicken weil sie der Ansicht sind daß die Hunderasse nicht zum Interessent passt, die haben das Nachsehen, die werden in eine Schublade gesteckt mit denen die ich gar nicht Züchter nennen mag. Es ist eine bewiesene Tatsache, dass sich zu viele Menschen vorab zu wenig informieren, sich eine Hunderasse zulegen zu der sie selbst gar nicht passen und dass viele Hunde die unterfordert sind, keine entsprechenden Aufgaben haben oder nicht ihrem Naturell entsprechend ausgelastet und gehalten werden, irgendwann zu Verhaltensstörungen und schweren psychischen Störungen neigen. Diese können sich in Aggressivität, Zerstörungswut, Unsauberkeit bis hin zu schweren Beißattacken äußern. Nicht selten landen diese Hunde dann im Tierheim, wenn es dem Hundehalter zu schwierig wird. Der Hund taugt halt nichts, ist bösartig oder nicht erziehbar heißt es dann oft. Doch Schuld war wieder einmal der Zweibeiner am Ende der Leine. Hütehunde, Herdenschutzhunde, Treibhunde, Jagdhunde zu denen auch die Windhunde gehören, Apportierhunde, Stöberhunde, Schlittenhunde, Schutzhunde, Spürhunde, Schäferhunde - alles Hunde die für eine bestimmte Arbeit gezüchtet wurden (sicher gibt es noch viel mehr Bezeichnungen). Können Sie ihm bieten was er braucht, bzw. können und wollen Sie für entsprechende Alternativen sorgen? Es gibt so viele Hunderassen, ich glaube um die 300 von der FCI anerkannte. Da ist sicher für jeden Hundeinteressent was passendes dabei, für sportlich hoch aktive Menschen ebenso wie für die gemütlicheren. Die meisten Hunde sind anpassungsfähiger als die meisten Menschen schrieb ich oben. Ja das stimmt, denn viele ertragen ohne Probleme ihr Los, und keineswegs jeder Hund der nicht seinen Bedürfnissen entsprechend gehalten wird, zeigt Verhaltensauffälligkeiten. Dennoch gibt es diese Fälle und es werden immer mehr. Tun Sie sich und dem Hund den Gefallen und überlegen Sie gut, ob Sie auch zu Ihrem Wunschhund passen. Informieren Sie sich über seine rassespezifischen Bedürfnisse bevor Sie ihn kaufen. Der Hund kann sich nicht aussuchen zu wem er kommt. Der Mensch trägt die Verantwortung für das Wohlbefinden seines Vierbeiners. |
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