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Eurasier Quin
Ist der Eurasier ein Anfängerhund?Nein, weil es keinen speziellen Hund für Anfänger gibt. Jeder Hundeinteressent sollte sich Wissen über Hunde aneignen, ganz besonders die Ersthundebesitzer.
Rüde oder Hündin?Es heißt, Hündinnen wären leichter zu erziehen, seien verschmuster, hätten keinen Drang in der Rangfolge des Rudels aufsteigen zu wollen. Rüden bräuchten mehr Konsequenz in der Erziehung und würden bei Begegnungen mit anderen Rüden gerne austesten wollen wer der Stärkere sei. Ehrlich gesagt: ich kenne keine Hunderasse bei der das anders ist.
Eurasier haben ein sehr gutes Sozialverhalten
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Eurasier RasseportraitWie ist er denn so, der Eurasier?Eurasier tragen das Erbe ihrer Ahnen in sich, dem Wolfsspitz, dem Chow Chow und dem Samojeden. Wolfsspitze sind anhänglich, gelehrig, verspielt, aufgeweckt und sehr wachsam. Sie schlagen an wenn Fremde sich Haus oder Hof nähern. Kläffer sind sie dennoch nicht, obwohl ihnen dies häufig nachgesagt wird. Chow Chows hinterfragen, sind auf ihre Art schon fast misstrauisch. Es sind stolze und sehr selbstbewusste Hunde, manchmal auch stur, die sich wenig für Fremde interessieren, ihrem Herrn aber treu ergeben sind. Samojeden sind überaus freundliche Hunde. Liebenswürdig sind sie im Umgang mit Kindern, freundlich gegenüber jedem Mensch, auch Fremden. Sehr neugierig und wissbegierig will alles, auch außerhalb des heimischen Reviers, erkundet werden. Ziel der Eurasierzucht war es, die besten Eigenschaften der Ahnen im Eurasier zu verbinden und die weniger genehmen wie Jagdtrieb zu minimieren. So bekommt man im Eurasier quasi Wolfsspitz und Chow Chow in einem Hund, plus eines liebenswerten Samojedenanteils. Intelligent, treu, Fremden gegenüber reserviertDer Eurasier ist wissbegierig und intelligent, lernt auch so manches nur durch beobachten. Er will nicht nur stupide Unterordnungsübungen absolvieren, sondern er will und muss auch mit Kopfarbeit gefordert werden. Er lernt nicht unter Zwang oder durch Härte, da kann ein Eurasier durchaus mal den Sturkopf raushängen. Er braucht Konsequenz in der Erziehung da er sehr selbstbewusst ist und auch manchmal zur Selbstständigkeit neigt. Man muss um seine Eigenarten wissen um sie in seiner Erziehung berücksichtigen zu können. Lernen mit Freude und im Spiel, richtiges Verhalten bestätigen durch Lob, ihn behutsam an gestellten Aufgaben wachsen lassen ohne Druck auf ihn auszuüben ist der richtige Weg. Alles was Ängste und/oder Agressionen auslösen könnte sollte tabu sein und das kann von Hund zu Hund etwas ganz anderes sein, manchmal schon eine Kleinigkeit. Die Eigenschaften von sehr anhänglichem Wolfsspitz und hinterfragendem Chow Chow scheinen sich im Eurasier auf interessante Weise zu kombinieren, wenn nicht gar zu verstärken. So ist er ein absolut treu ergebener Hund, der "seine Menschen" über alles liebt während ihn Fremde meist wenig interessieren. Viele Eurasier verhalten sich Fremden gegenüber zurückhaltend, mögen es auch nicht wenn sie "ungefragt" gestreichelt werden und weichen diesen streichelwütigen Händen aus. Dennoch sollte diese Zurückhaltung Fremden gegenüber nicht mit Unfreundlichkeit verwechselt werden. Der Eurasier ist freundlich solange man ihn nicht bedrängt. Aber selbst dann wird er eher versuchen auszuweichen als zu drohen. Er sitzt gelassen aber beobachtend da ohne das geringste Zeichen von Aggressivität. Dabeisein ist AllesHunde, gleich welcher Rasse, sind keine Einzelgänger sondern sozial hoch entwickelte Tiere die ihre Rudelgemeinschaft brauchen. Für unsere Hunde muss heute die Familie als eine Art von Rudelersatz herhalten. Ein Eurasier, der so feinfühlig ist, sich so wenig aus Fremden macht, dafür aber so treu und hingebungsvoll an seinen Menschen, seiner Familie hängt, würde sehr leiden wenn er zuviel alleine gelassen, zu viel sich selbst überlassen wäre. Deshalb ist ein Eurasier dabei - und nicht allein zu Hause. Selbstverständlich kann er dazu erzogen werden für einige Stunden alleine zu bleiben, doch es sollten nicht mehr als 4-5 Stunden am Stück sein. Ihn im Zwinger zu halten geht auf gar keinen Fall. Er ist ein sensibles, feinfühliges Mitglied der Familie - er gehört dazu. Sie haben sicher Freunde, Bekannte, Beruf, Hobby - doch der Hund hat nur Sie! Daher stellt sich auch die Frage "wohin mit dem Hund im Urlaub?" gar nicht - selbstverständlich fährt er mit. Ohne Jagdtrieb?Die meisten Eurasier haben keinen ausgeprägten Jagdtrieb, es kann jedoch in einigen Fällen das Erbe der Jäger Samojede und Chow Chow durchschlagen. Sicher, auch ein Eurasier wird wohl Nachbars Katze aus dem Garten jagen, wohl auch einem aufgescheuchten Kaninchen im Feld kurz hinterher rennen um nachzusehen was das ist. Aber das macht noch keinen richtigen Jagdtrieb aus und lässt sich durch entsprechende Erziehung lenken. Ein jagender Hund will Beute machen und hetzt das Tier solange bis er es stellen kann. Dabei vergisst er kurzzeitig sein Frauchen oder Herrchen und hat nur noch die Beute im Kopf. Nicht nur eine Wiesenlänge, sondern quer über Feld und Flur, weit aus dem Blickfeld des Hundebesitzers hinaus treibt es einen jagenden Hund. Dieser kehrt dann auch nicht nach 2 oder 5 Minuten zurück, sondern das kann durchaus sogar Stunden dauern. Der Mehrheit der Eurasier fehlt ein so stark ausgeprägter Jagdtrieb um der Beute ausgiebig nachjagen zu wollen und sollte er doch mal einen Hasen stellen wird er ihm sehr wahrscheinlich übers Fell schlecken oder ihn zum Spiel auffordern, was allerdings auch nicht auf jeden Eurasier zutreffen muss. Kinder, Haustiere, Geduld und ToleranzDen "kinderlieben" Hund schlechthin gibt es überhaupt nicht. Es gibt keine Hunderassen die "kinderlieber" als andere sind und auch das entsprechende Gegenstück "kinderböse" Hunde gibt es nicht. Kind und Hund müssen durch "erleben" lernen wie man richtig miteinander umgeht, beide müssen lernen die Signale des anderen zu erkennen, richtig einzuordnen und auch ihre Grenzen zu respektieren. Es gibt Hunde mit mehr oder weniger Geduld, Hunde mit höherer und niedriger Reizschwelle, Hunde die unterwürfiger sind als andere. Gar zu leicht lassen sich Menschen dazu verleiten, derartige individuelle Charaktereigenschaften in die große Schublade "kinderlieb" zu packen. Wie ist es nun bei den Eurasiern? Ich kann aus meinen Erfahrungen nur sagen dass sie sich Kindern gegenüber wunderbar verhalten, was ich ihrer großen Geduld und ihrer hohen Reizschwelle zuordne. Ich kenne keinen Eurasierbesitzer, egal ob er Hündin oder Rüde hat, der nicht voll des Lobes wäre. Geduldig ertragen sie so manche Kindermätzchen und wenn es die Kleinen gar zu wild treiben, dann zieht sich ein Eurasier lieber zurück als dass er knurrt oder gar schnappt. Aber man bekommt natürlich auch einen Eurasier nicht mit fertig angelegtem, richtigem Verhalten Kindern gegenüber. Der Eurasierwelpe wird lernen müssen seine spitzen Zähnchen nicht wild einzusetzen. Da ist es wie wie im Hunderudel: wer es zu toll treibt wird mit Spielabbruch bestraft. Und dem Kind müssen wir beibringen, dass man einen Hund nicht wie ein Stofftier behandeln kann. Von sich aus ist ein Eurasier sehr tolerant im Umgang mit Kindern und liebt die immer zum Spiel bereiten kleinen Menschen. Der Rest ist Erziehungssache und liegt am täglich richtig eingeübten Umgang. Andere Haustiere stellen kein Problem für einen Eurasier dar. Egal ob Vogel, Hamster oder Katze, vom Huhn bis zum Pferd - der Eurasier wird sie akzeptieren und meist sogar lieben. Wach- und Schutztrieb?Ausgestattet mit einer enorm hohen Reizschwelle ist der Eurasier ein ruhiger und geduldiger Gefährte. Dennoch ist er sehr wachsam und wird Ihnen melden wenn Besuch oder der Postbote kommt, aber er wird dies im Alltag nicht mit lang anhaltendem Gekläffe tun. Auch wird er nicht bei jeder Kleinigkeit Laut geben, sondern er hört und beobachtet erst, denkt nach ob es sich lohnt, und bellt erst wenn er es dann für notwendig erachtet. Sehr oft wurde uns gesagt dass man gar nicht merken würde dass bei uns ein Hund wohnt, man höre ihn ja nicht. Trotzdem entging ihm nichts und er meldete uns alles ungewöhnliche, ohne dass es die halbe Nachbarschaft mitbekam. Der Eurasier hat einen ganz natürlichen, ursprünglichen Schutztrieb. Er ist ein feinfühliger, sehr guter Beobachter und wird die menschlichen Stimmungen richtig deuten und einordnen können und sich bei Gefahr oder in bedrohlichen Situationen schützend vor seine Menschen stellen, ohne dass es antrainiert werden muss. Er neigt in gefährlichen Situationen nicht dazu drauf los zu beissen, sondern er wird auf eindrucksvolle Weise mit drohen, knurren, bellen versuchen den Gegner zum Rückzug zu drängen. Dieser natürliche Schutztrieb reicht vollkommen aus, eine Schutzhundeausbildung ist beim Eurasier nicht anzuraten, da sie unter Umständen, bedingt durch die Selbstständigkeit vieler Eurasier, sogar kontraproduktiv verlaufen könnte. Nur Gutes?Ja, ich kann wirklich nur Gutes vom Eurasier berichten. Aber es kommt ja auch darauf an, was ich selbst von einem Hund erwarte und dass ich mir seines Persönlichkeitstyps bewusst bin. Meinen Erwartungen entspricht er voll und ganz, andere Leute werden in einigen Punkten abweichende Erwartungen haben. Ich will aber dennoch nicht verschweigen dass der Eurasier ein gehöriges Maß an Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein haben kann. Eben weil er abwägt, weil er, überspitzt formuliert, eben erst denkt und dann handelt, kann es doch mal vorkommen dass er zu einem anderen Ergebnis kommt als Frauchen oder Herrchen. Da ist man dann in der Erziehung mehr gefordert als bei der ein oder anderen Hunderasse, beim Rüden wohl mehr als bei der leichter zu führenden Hündin. Ein selbstbewusster, cleverer Hund ohne die kleinste Spur von Aggressivität - herrlich! Eurasier haben ein sehr gutes Sozialverhalten und sind sehr umgänglich im Kontakt mit anderen Hunden. Sie sind keine Raufer, nicht angriffslustig, nicht aggressiv und nicht streitlustig. Aber sie sind keineswegs Feiglinge oder Duckmäuser und werden sich, der jeweiligen Situation entsprechend, "hündisch normal" zu verhalten wissen. Bei all den Erläuterungen wie denn eine Rasse nun so ist, welche Merkmale rassespezifisch sind, sollte man nicht vergessen: jeder Hund bringt einen Teil seines Wesens, seiner Persönlichkeit aus dem Erbe seiner Ahnen mit. Doch wie er aufwächst, wie er geprägt, sozialisiert und erzogen wird, was er in seinem Umfeld täglich für Erfahrungen macht, das ist der andere Teil der sein Wesen stark beeinflusst. Der Eurasier bringt die besten Voraussetzungen rassebedingt mit - der Rest liegt an mir, uns, Ihnen. Und bevor ich es vergesse:Imposante Schönheiten sind die Eurasier ja auch noch. Herrlich anzusehende Hunde, mit wunderbaren Zeichnungen in vielen Farbschlägen. Dazu haben sie noch eine ideale Grösse, sind nicht zu schwer oder zu groß, um sie nötigenfalls auch mal zum Tierarzt tragen zu können. Sie sind zwar kräftig, aber man kann sie noch festhalten ohne dass sie den Hundehalter hinter sich herziehen und sie sind imposant genug um finstere Gestalten von uns fern zu halten. |
Eurasier Quin
Buchtipp:Quin´s Züchterin
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